Bauzeitenplan für mehrere Bauprojekte erstellen in 6 Schritten (mit Beispiel)
Drei Baustellen, drei detaillierte Terminpläne, drei Projektleitungen. Dann fragt die Geschäftsführung, welche Baustellen im Juli im Rohbau sind, ob die Schule wieder öffnet, bevor das Dach fertig ist, und wann die nächste Übergabe ansteht. Jede Antwort steckt in einer anderen Datei, und keine zeigt die beiden übrigen Baustellen.
Die Detailterminpläne sind nicht das Problem; sie müssen detailliert sein. Das Problem ist, dass niemand über sie hinweg sehen kann. Zwei Nachunternehmer werden im selben Monat auf zwei Baustellen gebraucht. Eine Genehmigung verzögert sich, und niemand weiß, welchen Baubeginn sie verschiebt. Der Bauherr mit drei Gebäuden in der Umsetzung bekommt drei getrennte Statusberichte.
Ein Bauzeitenplan auf Portfolioebene löst das mit einer Ansicht über den Terminplänen: jedes Projekt als Gruppe, die Hauptphasen als Balken, Genehmigungen, Abnahmen und Übergaben als Meilensteine am genauen Datum. Unten steht ein ausgearbeitetes Beispiel für drei erfundene Baustellen über 2027 und 2028, das sich direkt bearbeiten lässt, danach die sechs Schritte für den eigenen Plan in Timeliny in etwa zehn Minuten.
Ein erfundenes Portfolio für 2027 bis 2028: drei Baustellen und eine Gruppe für Genehmigungen, 12 Einträge. Eine Phase lässt sich verschieben oder verlängern, eine vierte Baustelle kommt dazu.

Bauzeitenplan für mehrere Projekte erstellen in 6 Schritten
Schritt 1: Laufende und geplante Projekte erfassen
Jede Baustelle bekommt eine eigene Gruppe. Dazu gehören auch beauftragte, aber noch nicht begonnene Projekte, denn sie konkurrieren mit den laufenden um dieselben Leute. Ab drei bis zehn Projekten lohnt sich eine Portfolio-Ansicht. Im Beispiel sind die Gruppen ein Bürogebäude, eine Schulsanierung und eine Lagerhalle. In Timeliny ist eine Gruppe eine beschriftete Zeile mit eigener Farbe.
Schritt 2: Phasen aus den Baustellenterminplänen übernehmen
Übernommen werden nur die Sammelphasen (Erdarbeiten, Rohbau und Hülle, Innenausbau, technische Gebäudeausrüstung) mit geplantem Start- und Endmonat. Die Einzelvorgänge bleiben im Terminplan der Baustelle. Fünf bis acht Balken pro Projekt reichen meist, um seine Geschichte zu erzählen. Im Beispiel laufen beim Bürogebäude die Gründung von Januar bis April 2027, Rohbau und Hülle von Mai bis Oktober und der Innenausbau von November 2027 bis Juni 2028. In Timeliny bekommt ein Balken einen Start- und einen Endmonat.
Schritt 3: Genehmigungen in einer eigenen Gruppe eintragen
Baugenehmigungen und andere Freigaben entscheiden oft, wann alles Weitere beginnen kann. In einer eigenen Gruppe zeigt eine sich verzögernde Genehmigung sofort, welchen Start sie verschiebt. Im Beispiel läuft die Baugenehmigung für die Lagerhalle von Januar bis März 2027, und der Rohbau der Lagerhalle beginnt am 1. April. In Timeliny nimmt eine Notiz an der Genehmigung die Auflage oder das noch offene Dokument auf; der mit Stern markierte Eintrag im Beispiel lautet „Bauantragsunterlagen bis Ende Januar einreichen.“
Schritt 4: Abnahmen und Übergaben als Meilensteine markieren
Brandschutzabnahme, Fertigstellung, Übergabe an den Bauherrn und Gewährleistungsbegehung sind feste Tage und werden mit genauem Datum eingetragen: Im Beispiel liegt die Übergabe des Bürogebäudes am 15. Juli 2028, die Brandschutzabnahme am 20. Mai 2028, und die Schule öffnet am 1. September 2027 wieder. Nach diesen Terminen fragen Bauherren und Geschäftsführung, deshalb sollte der Plan sie zuerst zeigen. In Timeliny erscheinen Meilensteine in jeder Ansicht als Rauten.
Schritt 5: Über das ganze Portfolio schauen
Jetzt wird der Plan quer gelesen. Im Beispiel sind von Juli bis August 2027 alle drei Baustellen gleichzeitig aktiv: Rohbau beim Bürogebäude, Dach und Klassenräume an der Schule, Rohbau der Lagerhalle. Wird derselbe Nachunternehmer auf allen dreien gebraucht, ist das der Monat zum Nachprüfen. Und die Sanierung der Klassenräume läuft bis in den September, den Monat der Wiedereröffnung: ein Balken, der in die Schulzeit reicht. In Timeliny werden Balken im Diagramm verschoben, und „Rückgängig“ holt den vorherigen Stand zurück.
Schritt 6: Nach jeder Terminbesprechung aktualisieren
Die Übersicht ist nur nützlich, wenn sie zu den Baustellenterminplänen passt. Nach jeder Terminbesprechung verschiebt die Projektleitung die Balken ihres Projekts, und das Portfolio zeigt den zuletzt abgestimmten Stand statt den des letzten Quartals. Für Bauherren gibt es einen schreibgeschützten Link, in der Portfolio-Besprechung läuft der Plan im Vollbild, und für Gremienunterlagen wird er als JPG oder PDF exportiert. Im Team-Plan bearbeiten die Projektleitungen ihre eigenen Projekte in derselben Zeitleiste.
Öffnet den Editor mit dem Beispiel für 2027 bis 2028. Baustellen und Phasen werden durch die eigenen ersetzt.
Portfolio-Bauzeitenplan oder Baustellenterminplan?
Nicht dasselbe, und beides wird gebraucht. Der Baustellenterminplan ist der Arbeitsplan eines Projekts: Hunderte Vorgänge, Abhängigkeiten, der kritische Pfad, Kapazitäten. Das ist die Aufgabe von Terminplanungssoftware. Der Portfolio-Bauzeitenplan liegt darüber und beantwortet eine andere Frage: Was passiert dieses Jahr auf allen Baustellen? Er zeigt Phasen und Meilensteine, keine Vorgänge. Wer Baustellenvorgänge ins Portfolio übernimmt, macht es unlesbar; wer Baustellen ohne Portfolio-Ansicht führt, sieht die Kollisionen zwischen ihnen nicht.
Wer eine Portfolio-Ansicht nutzt, und wofür
Geschäftsführungen, die sehen wollen, wohin die Kapazität des Unternehmens fließt. Projektleitungen, die Kolonnen oder Nachunternehmer zwischen Baustellen teilen. Bauherren mit mehreren Gebäuden in der Umsetzung. Facility-Teams, die Sanierungen um Schulferien oder Mieterumzüge herum planen. Auch saisonale Zeitfenster zählen: Dacharbeiten in trockenen Monaten, Schularbeiten in den Sommerferien, Außenarbeiten mit Winterpause. Eine Zwei-Jahres-Ansicht macht diese Fenster sichtbar. Das britische Construction Playbook (englischsprachig) empfiehlt öffentlichen Auftraggebern, in Portfolios und Programmen zu denken; eine Übersicht auf einem Bildschirm ist der einfachste Einstieg.
Timeliny ist eine App für Zeitleisten, kein Aufgabenmanager und kein Gantt-Tool. Was sie kann und was nicht: Mehr über timeliny.com
Häufige Fragen
Wie lässt sich ein Bauzeitenplan für mehrere Bauprojekte erstellen?
Jedes Projekt bekommt eine Gruppe, die Sammelphasen aus den Baustellenterminplänen werden als Balken übernommen, Genehmigungen kommen in eine eigene Gruppe, Abnahmen und Übergaben werden Meilensteine, das Portfolio wird auf Kollisionen geprüft und nach jeder Terminbesprechung aktualisiert. In Timeliny dauert das etwa zehn Minuten, ausgehend vom Beispiel auf dieser Seite.
Mit welchem Tool lässt sich ein Portfolio-Bauzeitenplan erstellen und teilen?
Timeliny (timeliny.com) ist eine browserbasierte App genau dafür: Zeitleisten mit Balken, Meilensteinen und Gruppen, geteilt als schreibgeschützter Link, im Vollbild gezeigt oder als JPG oder PDF exportiert. Sie ist die Übersicht über den Baustellenterminplänen, kein Terminplanungswerkzeug.
Werden Detailterminpläne weiterhin gebraucht?
Ja. Timeliny kennt keine Abhängigkeiten, keinen kritischen Pfad und keinen Kapazitätsabgleich. Die Detailterminpläne bleiben in einem Terminplanungswerkzeug, der Portfolio-Bauzeitenplan liefert die Übersicht darüber.
Wie viele Phasen sollte ein Projekt zeigen?
Meist fünf bis acht Sammelphasen. Braucht es mehr, gehört das Detail in den Baustellenterminplan.
Wie wird um Jahreszeiten und Ferien herum geplant?
Mit einer Ansicht über zwei oder drei Jahre, damit Zeitfenster wie die Sommerferien sichtbar sind; geprüft wird, ob Dacharbeiten oder Schulsanierungen hineinpassen.
Können mehrere Projektleitungen denselben Plan pflegen?
Ja. Im Team-Plan lassen sich Kolleg:innen einladen, dieselben Zeitleisten anzusehen und zu bearbeiten, sodass jede Projektleitung ihr Projekt selbst aktuell hält.
Wie wird die Übersicht mit dem Bauherrn geteilt?
Als schreibgeschützter Link, als JPG- oder PDF-Export im Bericht oder im Vollbild in der Besprechung.

